FABINEK auf dem DGfE-Kongress in München

Katrin Otremba, Lea Schütze und Maria Albrecht vor dem Logo des 30. Kongresses der DGfE.

Drei Vorträge in einem: FABINEK und die REAB Mitteldeutschland waren am 25. März eingeladen, auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) aktuelle Erkenntnisse zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vorzustellen. 

Unter dem Titel „Zwischen Pflicht und Kür“ stellten Tina Wiesner, Dr. Katrin Otremba (links im Bild) und Dr. Maria Albrecht (rechts) in drei Vorträgen dar, welche Rolle Kommunalverwaltungen bei der Gestaltung kommunaler Bildungslandschaften einnehmen. Die Einführung und das Fazit präsentierte Dr. Lea Schütze, Leiterin der Fachstelle FABINEK (Bildmitte).

Katrin Otremba von FABINEK beleuchtete in ihrem Vortrag Faktoren, die die BNE-Implementierung innerhalb von Kommunalverwaltungen beeinflussen. Auf der Grundlage von Fokusgruppen zeigte sie ein komplexes Zusammenwirken von formellen und informellen Verwaltungsstrukturen sowie den Verwaltungsmitarbeitenden auf. In der gemeinsamen Diskussion mit den Teilnehmenden wurde die Bedeutung einer ganzheitlichen Organisationsentwicklung im Sinne der Nachhaltigkeit (Whole Institution Approach) betont – auch, damit die Umsetzung von BNE nicht allein an persönlichen Präferenzen einzelner hängt.

Um die Zusammenarbeit von kommunaler Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Akteuren ging es im Part von FABINEK-Mitarbeiterin Maria Albrecht. Auf Grundlage einer quantitativen Erhebung unter 48 deutschlandweiten Modellkommunen von 2023 wurde deutlich, dass sowohl Zivilgesellschaft als auch Verwaltung und Politik aufeinander angewiesen sind, um BNE voranzutreiben. Unterschiedliche Wahrnehmungen bestehen unter den befragten Akteuren darüber, wie Entscheidungen zu BNE getroffen werden: Während die Zivilgesellschaft eher Kommunalverwaltung und Politik in einer vorrangigen Stellung sieht, erlebt die Verwaltung die Zusammenarbeit als eher partnerschaftlich. 

Tina Wiesner von der REAB Mitteldeutschland zeigte in ihrem Vortrag anhand von Daten aus Mitteldeutschland und Südbayern, dass BNE eher in kreisfreien Städten und weniger in Landkreisen als kommunales Schwerpunktthema gewählt wird. Dabei sind ihren Befunden zufolge vor allem die Ressourcenausstattung einer Kommune, die Existenz einer Koordinierungsstelle sowie von Bildungsgremien und Netzwerken ausschlaggebend, die in kreisfreien Städten häufiger etabliert sind. Mehr Förderprogramme für Kommunen mit geringer Ressourcenausstattung sowie einen Fokus auf Landkreise sieht sie daher als Möglichkeiten, um BNE voranzubringen.

Die lebhafte Diskussion im Anschluss drehte sich vor allem um konkrete Umsetzungsmöglichkeiten, die Rolle der politischen Spitze und die der Zivilgesellschaft.

Zentrale Inhalte des Gesamtbeitrages werden im geplanten Tagungsband nachzulesen sein, der voraussichtlich im Sommer 2026 erscheint.

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