Migration und BNE zusammendenken
Menschen mit Migrationsgeschichte engagieren sich vielfältig im Nachhaltigkeitsbereich – häufig in ehrenamtlichen Initiativen und Migrantenorganisationen. In der kommunalen Bildungssteuerung bleibt dieses Engagement jedoch oft unsichtbar. Wie ein Perspektivwechsel helfen kann und welche Ansatzpunkte es für den Kooperationsaufbau gibt, machte eine Veranstaltung der Fachstellen FaBERID und FABINEK zum Thema.
Rund 30 Vertreter:innen aus den Regionalen Entwicklungsagenturen des Fachnetzwerkes und von Kommunalverwaltungen aus ganz Deutschland waren am 23. April bei der Online-Veranstaltung „Werkstatt meets Qualifizierung: Nachhaltigkeit interkulturell – wie Kommunen Migration und BNE zusammendenken können“ dabei – die meisten mit dem Ziel, einen Einstieg ins Thema zu finden, um es in ihre Arbeit zu integrieren.
Wesentlich gestaltet wurde die Veranstaltung von den beiden eingeladenen Referentinnen der Participolis Akademie, die im Rahmen ihres Projekts „Nachhaltigkeit interkulturell“ (INA) mehrsprachige Nachhaltigkeitstrainer:innen ausgebildet haben. Schnell wurde im gemeinsamen Austausch mit den Teilnehmenden die Vielfalt migrantischen Engagements im Nachhaltigkeitsbereich in den Kommunen deutlich (Klimaschulen, Clean-Up-Days, Sprachcafés, Dialogformate, Kochworkshops u.ä.).
Wie können Kommunalverwaltungen die Zusammenarbeit mit migrantischen BNE-Initiativen fördern und stärken?
Die Ergebnisse der Arbeit in Kleingruppen brachte viele Ansatzmöglichkeiten für Kommunalverwaltungen zu Tage. Am wichtigsten bewertet wurde das aktive Aufsuchen und der persönliche Kontakt zu Vereinen, Initiativen und Ehrenamtlichen. Regelmäßige Besuche von Veranstaltungen migrantischer Organisationen schaffen Vertrauen und helfen dabei, Kooperationen aufzubauen. Bei Einladungen zu Bildungsveranstaltungen der Kommunalverwaltung sollten gemeinsame Werte und Ziele betont werden. Einladungstexte sollten zudem auf Fachsprache verzichten.
Hilfreich ist es, lebensweltorientiert zu arbeiten und migrantische Organisationen selbst Themen setzen zu lassen, die sie beschäftigen. Bei der Veranstaltungsorganisation sollte unbedingt bedacht werden, dass migrantische Organisationen häufig ehrenamtlich arbeiten und eher abends oder an Wochenenden Zeit haben.
Was brauchen Kommunalverwaltungen zum Kooperationsaufbau?
Was Kommunen beim Kooperationsaufbau hilft wurde in der knapp vierstündigen Veranstaltung ebenfalls diskutiert: Hier wurde Unterstützung von höheren Verwaltungsebenen ebenso genannt wie eine offizielle Nachhaltigkeitsstrategie der eigenen Kommune oder eine bereichsübergreifende Bildungskoordination.
Netzwerkpflege in verschiedene Bereiche der Zivilgesellschaft sei ebenso förderlich wie gut vernetzte, lokale Kooperationspartner:innen und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Multiplikator:innen, um gemeinsame BNE-Projekte umzusetzen.
Helfen könne zudem ein Ehrenamtspool innerhalb der Verwaltung, um vorhandene Ressourcen gut zu nutzen, sowie Input „von außen“, beispielsweise von wissenschaftlichen Institutionen, die neuen Ansätzen Gewicht verleihen können. Ideal wäre zudem die Bereitschaft innerhalb einer Kommune, Projekte langfristig zu tragen.
Über die Veranstaltung
Organisiert wurde die Online-Veranstaltung „Werkstatt meets Qualifizierung: Nachhaltigkeit interkulturell – wie Kommunen Migration und BNE zusammendenken können“ gemeinsam mit der Fachstelle Bildung, Entwicklung, Raum, Integration, Demokratie (FaBERID).
Zielgruppe waren Mitarbeitende der Regionalen Entwicklungsagenturen des Fachnetzwerks (REAB). Darüber hinaus konnten Mitarbeitende aus Kommunalverwaltungen und zivilgesellschaftliche Akteure teilnehmen, die mit den Themen Integration, Nachhaltigkeit/ BNE und Bildungsmanagement befasst sind.
