BNE-Bildungslandschaft

BNE in Zeiten knapper Ressourcen

Materialsammlung

BNE ist für Kommunen eine freiwillige Aufgabe. Gerade aufgrund ihrer Freiwilligkeit kann BNE daher einen besonderen politischen Rückhalt benötigen, strategische Überlegungen über Zuständigkeiten erfordern oder ein Jonglieren mit verfügbaren Ressourcen voraussetzen. 

Parameter, die - zumal in den aktuellen Zeiten - schnell einem Wandel unterliegen können: Knapper werdende Haushalte, das Erstarken rechtspopulistischer Kräfte, weitere kommunale Herausforderungen wie der Fachkräftemangel oder das Recht auf eine Ganztagsbetreuung im schulischen Kontext etc. sind nur einige Aspekte, die Einfluss nehmen können auf die Frage, inwiefern Kommunalverwaltungen die freiwillige Aufgabe BNE durchführen können. 

Die Fachstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kommunen hat dies zum Anlass genommen, bereits veröffentlichte Publikationen auf Ansatzpunkte für eine ressourcenschonende BNE-Arbeit in Kommunalverwaltungen zu durchsuchen. Als Ergebnis entstand die vorliegende Materialsammlung, die sich nach den folgenden drei Schwerpunkten gliedert:

  • BNE-Strukturen (und Maßnahmen) innerhalb der Verwaltung sichern,
  • (schnelle) Ergebnisse schaffen / zeigen,
  • der Beitrag von BNE zu zentralen kommunalpolitischen Themen.

BNE-Strukturen (und Maßnahmen) innerhalb der Verwaltung sichern

AnsatzpunktInhalt

Die BNE-Koordination auf mehrere Schultern verteilen (z.B. Einladung und inhaltliche Vorbereitung der Treffen trennen)

 

  • Arbeitsaufwand wird verteilt
  • Bei personellem Wechsel/Wegfall bleiben Wissen und Strukturen vorhanden
  • BNE verlässt das Einzelkämpfer-Dasein und wird an unterschiedlichen Stellen in die Verwaltung eingebracht (z.B. unterschiedliche Dienstbesprechungen)

Quelle: https://www.bne-fachstelle.de/sites/default/files/2025-12/verwaltungsinterne_Zusammenarbeit_Otremba_JS_2.pdf

Den verwaltungsinternen Austausch niedrigschwellig gestalten
  • Über Formate, die gut in Arbeitsalltag integrierbar sind (Lunchbag-Session über Mittag)
  • Klimafreundlicher Mittagstisch wie z.B. in Reutlingen

Quelle: https://www.bne-fachstelle.de/sites/default/files/2025-12/verwaltungsinterne_Zusammenarbeit_Otremba_JS_2.pdf

Nach BNE-Anschlüssen innerhalb der Verwaltung suchen
  • Strukturen: Arbeitskreise, runde Tische etc.
  • Prozesse: Stadtentwicklung, Nachhaltigkeitsstrategie u.a.
  • Zielformulierungen: Kommunale Ziele mit SDGs verbinden (Bsp. Augsburg)
  • Themen: MINT, Demokratiebildung, kulturelle Bildung, Digitalisierung, Entwicklungspolitik, Regionalplanung, Agenda21, Energie
  • Andere Fachbereiche: Die Zertifizierung für faire Kitas liegt in Neuss beim Presseamt, in Krefeld beim Klima- und Nachhaltigkeitsmanagement; in Kassel ist das Garten- und Umweltamt für die urbanen Waldgärten zuständig; im Landkreis Saarlouis entstand unter Leitung der programmatischen Schulentwicklung der Zeitgarten.

Quelle: https://www.bne-fachstelle.de/sites/default/files/2025-12/verwaltungsinterne_Zusammenarbeit_Otremba_JS_2.pdf

Strategische Kooperationen eingehen
  • Mitarbeitende, die Handlungsspielräume schaffen können (Leitungsebene)
  • Mitarbeitende, die gut vernetzt sind (spart Zeit bei der Netzwerkarbeit – auch in die Bildungslandschaft hinein)
  • Mitarbeitende, die inhaltlich zu nachhaltigkeitsrelevanten Themen arbeiten (sozialer/ökologischer/ökonomischer Bereich)

Quelle: https://www.bne-fachstelle.de/de/infothek-strategie-und-ziele/zum-gemeinsamen-bne-verstaendnis-verwaltung-und-kommune

  • Interkommunale Kooperation zur Bündelung von Ressourcen und Kosteneinsparung (oder Kooperation zwischen Stadt und Landkreis, z.B. Osnabrücker Bildungskongress) und Austausch mit Kommunen, die mit Kosteneinsparungen umgehen mussten (z. B. Rostock, Thüringen)
BNE zum Bestandteil der verwaltungsinternen Fort-, Weiter- und Ausbildung werden lassen

Quelle: https://www.bne-fachstelle.de/de/bne-der-kommunalen-aus-und-weiterbildung

Ein BNE-Verständnis dokumentieren
  • Falls der Prozess zum Stoppen kommt (und wieder aufgenommen wird) oder im Fall von personellen Wechseln, wird ein direkter Anschluss wieder möglich

Quelle: https://www.bne-fachstelle.de/de/infothek-strategie-und-ziele/zum-gemeinsamen-bne-verstaendnis-verwaltung-und-kommune

Praxisbeispiel (Interview im Themendossier): https://www.bne-fachstelle.de/sites/default/files/2025-03/Themendossier_BNE_Kommunen.pdf (S. 33-38)

(Schnelle) Ergebnisse schaffen / zeigen

AnsatzpunktInhalt

An bereits existierende Produkte/Projekte andocken

 

  • BNE in den kommunalen Familienplaner integrieren (Bsp. Düren)
  • BNE-Akteur:innen in eine bestehende Plattform integrieren (Bsp. Halle)
  • Sich bestehenden / bekannten öffentlichen Veranstaltungen anschließen (Bsp. Kaiserslautern)
  • Mit etablierten Akteuren kooperieren                                                               (z.B. Deutsches Rotes Kreuz)
  • Wanderausstellungen in die Kommune einladen                                       (Bsp. Lüneburg, Freising, Power2Change-Ausstellung)  

Projekte, mit geringem Planungsvorlauf und geringen Kosten 

 

  • Niedrigschwellige Gesprächsangebote /-impulse im öffentlichen Raum (Bsp. Greifswald)

Ergebnisse sichtbar machen 

 

Ziele realistisch planen / anpassen

 

  • Sich (zunächst) auf einen Stadtteil / ein Quartier fokussieren (Bsp. Herne)
  • Sich (zunächst) auf einen Themenbereich fokussieren (Bsp. Rostock)

Der Beitrag von BNE zu zentralen kommunalpolitischen Themen

AnsatzpunktInhalt

Argumente für die politische Spitze

 

  • BNE als Standortfaktor
  • Allgemeine Wohlfahrt, Partizipation und Inklusion (Sensibilisierung für soziale Gerechtigkeit, Steigerung von Akzeptanz für politische Maßnahmen; Förderung von Selbstwirksamkeit, Resilienz gegenüber Verschwörungsmythen)
  • BNE & aktuelle Krisen (BNE schärft das Verständnis für gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge und bietet partizipative Lösungsfindungsprozesse)
  • Politische Positionspapiere zur Argumentation nutzen (z.B. Positionspapiere des Deutschen Landkreistages, des Deutschen Städtetages, des Forum Kommunen der Nationalen Plattform BNE)

Quelle: https://www.bne-fachstelle.de/de/der-kommunale-mehrwert-von-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung  

Sprachbildung

 

  • Bestehende außerschulische Lernorte stärken und mit BNE verknüpfen, z. B.: die Stadtbibliothek als eine kommunale Bildungseinrichtung, in der sich Sprachförderung und BNE gut verbinden lassen (z. B. Lesenachmittage mit BNE-Inhalten oder Saatgutbibliothek)

Ganztag

 

  • Themendossier von FABINEK zum Ganztag
  • Interview zu Integration von BNE in den Ganztag
  • Potenziale: Öffnung der Schule, Vernetzung im Nahraum, Nutzung der Außengelände und anderer Nachbareinrichtungen als Lernorte (mehr dazu von der Serviceagentur Ganztag Hessen)

Gesundheit

 

  • BNE und gesunde Ernährung verbinden, z. B. Bildungsprogramme des Acker e.V.  
  • Sport und Nachhaltigkeit zusammendenken, zur Orientierung bspw. die Infobroschüre der Stadt Heidelberg

Mobilität

 

  • Tools und Materialen zur nachhaltigen Schulentwicklung und dem Thema Mobilität von Schüler:innen und Lehrkräften aus dem Projekt Schools4Future nutzen
Resilienz
  • Resilienzförderung (Aktivitäten zur Anpassung an und Umgang mit Klimawandelfolgen, Umgang mit Extremwetterphänomenen), z.B. Spiel Klims:S21 oder der Kurs Klimafit, der durch die VHS umgesetzt werden kann
  • Identifikation von Desinformation und Falschnachrichten im Bereich Klimawandel (siehe Kapitel zu „resilience buiding“ im Dokument „greening communities“, S.44)
Sprache
deutsch
| Katrin Otremba
Weiterführende Artikel
Menschliche Figur auf einem schmalen Weg, einem Wegweiser folgend, auf dme "Strategie" zu lesen ist.