Bildungsgerechtigkeit bedeutet, dass alle Menschen unabhängig von Faktoren wie sozialer Herkunft, Einkommen oder Beeinträchtigungen die gleichen Chancen auf Bildung und persönliche Entwicklung erhalten. Während diese Definition auf den ersten Blick recht simpel und eindeutig erscheint, sind die Wege zur Verwirklichung von Bildungsgerechtigkeit oftmals kompliziert.
Soziale Teilhabe und Partizipation sind zwei grundlegende Pfeiler von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Sie werden im Rahmen dieser Materialsammlung als zwei Anknüpfungspunkte für mehr Bildungsgerechtigkeit näher beleuchtet.
Ein erster Ansatzpunkt, um Bildungsungleichheiten zu verringern, besteht darin, die Teilhabe von Gruppen zu stärken, die an vielen Angeboten nicht teilnehmen – etwa durch die Ergänzung schulischer Angebote mit Lernformaten im sozialen Nahraum, den Ausbau ganztägiger Bildungsstrukturen oder spezifischen Schulförderprogrammen wie dem Startchancenprogramm. Ausrichtung und Konzeption von BNE lassen sich mit diesen Ansätzen gut verbinden. BNE-Angebote können niedrigschwelliger sein als formale Lernangebote, da sie oft außerhalb formaler Bildungsinstitutionen stattfinden, lokale Akteure und Gegebenheiten einbeziehen und mit Aktivitäten des alltäglichen Lebens verknüpft sind. Gleichzeitig sind sie darauf ausgerichtet, kreatives und kritisches Denken zu fördern und wählen oftmals innovative oder spielerische Lernmethoden, wodurch sie sich von vielen formalen Lernsettings unterscheiden und dadurch andere Zugangsmöglichkeiten eröffnen.
Im Kontext von Bildungsgerechtigkeit geht es nicht allein um den Zugang zu Bildungseinrichtungen und -angeboten, sondern ebenso darum, dass alle Lernenden die Unterstützung und Rahmenbedingungen erhalten, die sie benötigen, um erfolgreich lernen und sich entwickeln zu können. Eine Möglichkeit, Bildungsangebote stärker an Lernbedürfnissen auszurichten, besteht darin, sie nicht starr vorzugeben, sondern partizipativ mit den Lernenden zu entwickeln und zu gestalten. Auf diese Weise können individuelle Interessen und Stärken der Lernenden berücksichtigt werden, wodurch zugleich Passung und Akzeptanz der Angebote erhöht werden.
Die partizipative Gestaltung von Bildungsprozessen stellt auch ein zentrales Merkmal von BNE-Bildungsangeboten dar. Lernende können dadurch nicht nur gezielter gefördert werden, sondern üben und erlernen zugleich Fähigkeiten zur Konfliktlösung, zur konstruktiven Zusammenarbeit und zu Dialog und Empathie. Diese Kompetenzen befähigen zu einer aktiven und selbstwirksamen Lebensgestaltung und sind zudem als ein Beitrag zu einer nachhaltigen Gesellschaft bedeutsam.
Indem BNE-Angebote nicht nur inhaltlich für soziale Ungleichheiten sensibilisieren, sondern vielfach selbst partizipativ gestaltet und darauf ausgerichtet sind, Menschen allen Alters und unabhängig ihrer individuellen Voraussetzungen zur aktiven Gestaltung einer sozial gerechteren und nachhaltigeren Gesellschaft zu befähigen, lassen sie sich gut mit dem Ziel der Bildungsgerechtigkeit verbinden.
Teilhabe und BNE zusammendenken
| Ressource | Inhalt |
| BNE im Programm „Startchancen“ |
Podcast-Folge der Fachstelle, die im Sommer 2026 erscheinen wird. |
| BNE im Ganztag |
Quelle: https://www.bne-fachstelle.de/sites/default/files/2025-08/Themendossier_BNE_im_Ganztag_2.pdf |
| Migration und BNE zusammendenken |
Quelle: https://www.bne-fachstelle.de/de/aktuelles/migration-und-bne-zusammendenken |
| Praxisbeispiele für BNE und Förderung sozialer Teilhabe |
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Partizipationsmöglichkeiten schaffen
| Ressource | Inhalt |
Fachtext: Einführung Partizipation
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Quelle: https://www.bne-fachstelle.de/de/infothek-partizipation/einfuehrung-partizipation |
| Fachtext: Offenheit in partizipativen Prozessen |
Quelle: https://www.bne-fachstelle.de/de/infothek-partizipation/offenheit-partizipativen-prozessen |
| Podcast: Mitbestimmen über BNE |
Quelle: https://www.bne-fachstelle.de/de/infothek-partizipation/partizipation-der-kommune-gestalten-0 |
| Praxisbeispiele für partizipative Formate |
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| Weiterführende Literatur zu Partizipation |
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